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Finanzen

„Naturnahe Finanzen“ – was soll denn das sein? Zugegebenermaßen haben Finanzen nicht direkt mit der Natur zu tun, die Natur kennt nur Kooperation und Vertrauen. Dennoch ist die Finanzierung naturnaher Projekte oft maßgeblich für deren Ermöglichung und Fortbestehen. Menschen die sich zu Gruppen und Organisationen zusammenschließen sind zwangsläufig mit Möglichkeiten zur Finanzierung und zur Führung des gemeinsamen Haushalts beschäftigt. Und letztendlich ist jede/r einzelne in unserer Gesellschaft mit der Finanzierung seines eigenen Lebens beschäftigt, ggf. auch um sich ein naturnahes Leben zu ermöglichen.

Konservative Finanzsysteme wie das Bankensystem und der Börsenmarkt sind mit sehr vielen Formalitäten und Klauseln verbunden, basieren auf zentralisierter Kontrolle ein paar privilegierter Großbesitzer, und haben nicht primär zum Ziel das Wohlergehen der Menschheit zu fördern. Zentraler Nutzen ist der Profit der Bankeninhaber, Aktionäre und Investmentgesellschafts-Eigentümer. Ein eigenes Kredit- oder Bankensystem zu starten stößt auf massiven Widerstand, wie zB Heini Staudinger in Österreich vor einigen Jahren öffentlichkeitswirksam aufgezeigt hat. Wer als Berechtigung für den unantastbaren, institutionellen Finanzkomplex „Schutz der Investments“ erwägt, hat noch nicht die zahlreichen Möglichkeiten entdeckt aus Besitz Luft oder gar Schulden zu machen, mittels ganz legal möglichen risikoreichen Geldanlagen, massiven Kreditzinsen oder durch Spekulation von Aktien- oder Pensionsfonds-Verwaltern.

Geld ist schon lange nicht mehr nur eine Erleichterung für den Waren-Handel und Steuer-Abgaben, für welche es einst geschaffen wurde. Durch Spekulation, Daytrading und Wetten auf Negativkurse hat sich die Börse von ihrem ursprünglichen Sinn, nämlich der Profit abwerfenden Unterstützung wachsender Unternehmungen, zu einer Perversion des sinnvollen gesellschaftlichen Handelns entwickelt. Weiters wurde durch Steuertricksereien und -Inseln das gemeinschaftswohl-orientierte Abgabensystem ausgehebelt, das eine gerechte Verteilung von Gewinnen sicherstellen sollte, welche ja alle durch Menschen, staatliche Infrastruktur und Ressourcen unserer Erde erlangt wurden. Durch die selektive Erlaubnis Zinsen für nicht vorhandenes Kapital einzuheben wurden Bankenoligopole geschaffen. Inflation und Wirtschaftswachstum wurden wichtiger als Menschen und qualitativer Lebensraum. Geld wurde vom Handels-Werkzeug zu einem goldenen Kalb und Machtinstrument. Lobbies, Aktionäre und Konzerne entscheiden über die Entwicklung unserer Gesellschaft und über Leben und Tod. Ihre Kapitalmacht entscheidet wo Kriege begonnen werden, wer Zugang zu Wasser hat, welchen Schadstoffen wir ausgesetzt sind, welche Nachrichten wir lesen, welche Politiker Unterstützung für Kampagnen erhalten, etc.

Ein Ende der gesellschaftlichen Unterwerfung vor dem goldenen Kalb würde Maßnahmen erfordern wie:

  • Besteuerung der Wohlhabendsten, auch wenn sie ihre Vermögen in Aktien, Stiftungen oder auf karibischen Inseln parken,
  • adäquate Mindesthaltedauer für Aktien, Fonds und Währungen, um Einfluss von Kurs-Spekulationen und -Manipulationen zu beenden,
  • Elimination der Möglichkeit auf Dinge wie Kursverfall und Getreidepreise zu spekulieren und damit deren Markt zu beinflussen.
  • Ausschluss an Kriegswaffen und Kriegsgerät zu verdienen, Waffen für Exekutive und Heer können ohne Profit produziert werden.
  • Limitierung des Ausmaßes an Kapitalgeschäften Geld zu verdienen – Geld muss Menschen helfen, nicht Banken
  • Geld sollte nur in Menschen, Demokratie- und Lebensraum-fördernde Projekte investiert werden können, Verdienst für Gemeinwohl

Von einer gerechten Verteilung von Erd-Ressourcen, einer gemeinnützigen Verwendung von daraus erwirtschaftetem Kapital, sowie der Erhaltung und Förderung natürlicher Lebensräume profitieren wir alle, durch Frieden und flächendeckende Lebensqualität.

Geld sollte den Menschen und der Entwicklung einer gerechten, friedlichen Gesellschaft dienen. Staatlich privilegierte Organisationen wie Banken sollten nicht daran verdienen „neu geschaffenes Geld“ zu verleihen (Banken können das 10-fache an Krediten vergeben, für das sie als Einlagen besitzen). Projekte mit positiver Auswirkung auf unseren Lebensraum und unsere Gesellschaft sollten bei einer Kreditvergabe bevorzugt werden. Das abgesicherte Verleihen von Geld für naturnahe und Lebensraum-fördernde Projekte und regionalen Handel zu betreiben sollte für Kleinbetriebe und Privatpersonen unkompliziert sein. Solche Modelle zu fördern und zu verbreiten ist ein wesentlicher Teil dieses Lebensbereichs.

Inhalte in diesem Lebensbereich beschäftigen sich mit alternativen Finanzierungsmodellen und Kooperationen, die naturnahe Projekte fördern und ermöglichen können. Außerdem gibt es Infos und Erklärungen zu Wirtschafts- und Bankensystemen, sowie Erfolgsgeschichten alternativer Finanzierungssysteme.

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